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Immer mehr Unternehmen entdecken in dem Angebot von Raucher-entwöhnungsseminaren für ihre Mitarbeiter einen sehr lukrativen Weg, ansehnliche Personalkosten einzusparen.

Seriösen Berechnungen nach kostet ein Raucher dem Unternehmen

ein Brutto-Monatsgehalt / Jahr

mehr als ein nichtrauchender Mitarbeiter.

Darin sind übrigens die Kosten, die der explizite Nichtraucherschutz, den der Gesetzgeber dem Arbeitgeber auferlegt, noch gar nicht enthalten.

Die Motivation

Bevor Sie aber als Unternehmer oder Personalverantwortlicher ans Werk gehen, bedenken Sie bitte einige Fakten.

Aus eigener Erfahrung wissen Sie sicherlich, dass nichts so schwer zu verändern ist, als eine einmal eingeübte und liebgewonnene Gewohnheit.

Für das Unternehmen heisst das zuerst einmal ein Problembewusstsein schaffen. Hört sich einfacher an als es in Wirklichkeit ist. Nicht nur Raucher, haben dort ihre blinden Flecken. Auch Verantwortliche müssen manches Mal noch überzeugt werden.

Trotz aller Aufklärungsarbeit in den Massenmedien wissen viele Raucher nur sehr wenig über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens. Der Grund ist häufig die Einstellung, ich weiss zwar, dass Rauchen meine Gesundheit schädigt, aber wenn ich es nicht so genau weiss, ist es vielleicht auch nicht so schlimm. (Und letztendlich kennt jeder Raucher einen Neunzigjährigen, der sein Lebtag lang gequalmt und trotzdem dieses biblische Alter erreicht hat.)

Dass Verantwortungsträger diese Thema nicht ernst nehmen, liegt vermutlich daran, vermeidbaren Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, andererseits werden aber auch statistische Daten einfach ignoriert. (Da frage ich mich doch, auf welcher Basis diese Menschen ihre unternehmerischen Entscheidungen treffen? Kaffeesatzlesen? Urinschau? Das Orakel von Delphi?)
 

Im Kaffeesatz lesen?Das Orakel von Delphi


Wie einfach allerdings das Gesundheitsbewusstsein von Mitarbeitern beeinflusst werden kann, zeigt ein Experiment, das kanadische Wissenschaftler vor einiger Zeit ersonnen haben.
Sie sandten einmal in der Woche eine eMail an die Mitarbeiter eines Unternehmens. Inhalt einer eMail waren kurze Informationen über gesundes Essen, Vorteile von sportlicher Bewegung, Gesundheitsgefahren durch Rauchen u.ä.
Verblüffend war das Ergebnis diese Versuchs. Bereits nach wenigen Wochen, quasi unbewusster Gesundheitserziehung, konnte man eine merkliche Verbesserung im Gesundheitsverhalten der beteiligten Mitarbeiter feststellen.
(Wir unterstützen Sie gerne bei Inhalt und Formulierung entsprechender Mails.)

Da jeder zusätzliche Nichtraucher dem Unternehmen bares Geld spart, lohnt es sich also doppelt, ausstiegswilligen Rauchern die helfende Hand zu reichen, renitenten Rauchern aber auf kurz oder lang die rote Karte zu zeigen.

unfall_kleinRauchen wird immer noch in einem sehr milden Licht gesehen.
Ich frage mich allerdings, wie ein Unternehmen auf einen Mitarbeiter reagiert, der regelmässig für einige Wochen im Jahr ausfällt, weil er die Schäden auskurieren muss, die er sich bei einer gefährlichen Sportart zugezogen hat? Kann er das gleiche Nachsehen erwarten, das normalerweise ein Raucher erhält?

Haben Sie es schon einmal mit einem Wettbewerb versucht? Eine Möglichkeiten, Mitarbeiter zu motivieren ist das Ausloben von besonderen Vergünstigungen oder von Geldprämien.
Der Mitarbeiter, der es beispielsweise schafft, nachweislich 1/2 Jahr abstinent zu leben, sollte auch für sein Engagement gewürdigt werden.

Gesetzliche Grundlagen:

Die z.Zt. wohl eindeutigste juristische Grundlage zum gesetzlicher Nichtraucherschutz in Betrieben ist die Arbeitstättenverordnung (ArbStättV).

Ab Oktober 2002 ist mit §3a (ab August 2004 §5) folgende Änderung der Arbeitstättenverordnung in Kraft getreten:

 

 (1) "Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten(*) wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind."

(2) "In Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr hat der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen nur insoweit zu treffen, als die Natur des Betriebes(**) und die Art der Beschäftigung es zulassen."

(*) Unter Arbeitsstätten sind die Arbeitsräume, Treppen und Aufzüge, Umkleide-,Wasch- und Toilettenräume, Pausen-, Bereitschafts- und Liegeräume, Sanitätsräume und Ähnliches zu verstehen.

(**) In diesem Absatz wurde insbesondere an Gastronomie und Hotelbetriebe gedacht, aus dessen „Natur“ es sich ergibt, dass dort geraucht werden kann.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch das Mutterschutzgesetz (MuSchuG):

Das Mutterschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen der schwangeren und stillenden Frau so zu regeln, dass sie vor Gefahren für Leben und Gesundheit ausreichend geschützt ist (§2 Abs.1 und 5). Dies beinhaltet u.a. den Schutz vor Tabakrauch.

Sollte der Arbeitgeber keine verbindliche Regelung zum Nichtraucherschutz einleiten, können die Arbeitnehmer die Unternehmensleitung darauf hinweisen. Sollte daraufhin keine Änderung eintreten, besteht die Möglichkeit die zuständige Gewerbeaufsicht einzuschalten.

Kosten des Rauchens im Betrieb:

Rauchfreie Arbeitsplätze unterstützen die Produktivität jedes Einzelnen. Internationale Studien haben nachgewiesen, dass die Produktivität von Rauchern geringer ist als die von Nichtrauchern.

Die Kosten des Arbeitsausfalls durch Krankheit und vorzeitigen Tod, die auf des Rauchen zurückzuführen sind, wurden für das Jahr 2002 in Deutschland auf ca. 12,4 Milliarden Euro geschätzt.

Ein rauchfreier Betrieb kann Kosten in vielen Bereichen einsparen:

 

  •   verringerte Arbeitsunfähigkeit
     
  •   niedriger Krankheitsstand
     
  •   erhöhte Produktivität
     
  •   weniger Überstunden für Ersatzpersonal
     
  •   weniger Reinigungskosten
     
  •   geringeres Feuerrisiko
     
  •   niedrigere Versicherungskosten

 

Umsetzung des gesetzlichen Nichtraucherschutzes:

Eine Umfrage im Jahre 2001 ergab dass 64% aller Beschäftigten ein generelles Rauchverbot am Arbeitsplatz unterstützen. Um die Maßnahmen zum Nichtraucherschutz wirksam umzusetzen, sollte die Belegschaft umfassend informiert und einbezogen werden. Es hat sich als hilfreich erwiesen, diese Maßnahmen in einer Betriebsvereinbarung (oder Dienstvereinbarung bei Behörden) festzulegen. Raucherentwöhnungskurse sollten für alle Mitarbeiter zeitgleich mit der Einführung der neuen Regelungen angeboten werden.

Der überwiegende Teil der Informationen stammt aus Veröffentlichungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Online-Datenbank „bundesrecht.juris.de“.

Stand: 01.01.2006

Mehr Informationen:

Eine umfangreiche Infomappe (PDF, ca. 150 KB) mit weiterführenden Informationen für Arbeitgeber erhalten Sie, wenn Sie hier.
 

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